In Dresden ist die Welt am Zug-Simultanturnier in Ströbeck!

Der Schachverein Ströbeck lud alle Interessierten zum Simultanturnier ein - Dabeisein war alles!
In knapp 200 Tagen findet in Dresden die Schach-Olympiade statt. Einen der Stars konnten die schachbegeisterten Ströbecker Schülerinnen und Schüler am Nachmittag des 30.April hautnah erleben.
Zu Gast in Ströbeck war Niclas Huschenbeth als Vertreter aus der Jugend-Olympiamannschaft. Der Jugendstar im Schachsport aus Hamburg hatte keine Angst vor den 28 Aktiven, die ihm im Ströbecker Gemeindesaal gespannt entgegenfieberten. Neben den fünf Besten aus der Ströbecker Grundschule „Dr. E. Lasker“ und Mitgliedern des Fördervereins Schachsport waren auch Schüler des Halberstädter Käthe-Kollwitz-Gymnasiums, von der Sekundarschule Dardesheim sowie vom Schachclub Oranienburg dabei.
„Niclas Huschenbeth ist leistungsmäßig in jüngster Zeit explodiert“, betonte Michael Langer, Schatzmeister des Deutschen S
chachbundes, der die Veranstaltung eröffnete. „Die Botschaft der Schacholympiade ist im Schachdorf angekommen“, freute sich Denis Loeffke von der Verwaltungsgemeinschaft Harzvorland-Huy. Er hoffe, dass das Projekt auf das Dorf und dessen Schachmuseum ausstrahle. Sein Dank galt den fleißigen Organisatoren.
Der 16-jährige Huschenbeth gehört zum Nachwuchskader für die Schacholympiade, die vom 12. bis zum 25. November in Dresden stattfindet. Die Großmeisternorm beim Europacup der Männer im vergangenen Oktober und der Sieg beim Hamburger Turnier der Internationalen Meister vom November dokumentieren den Aufwärtstrend des jungen Norddeutschen. Als Frontmann der U 20 seines Heimatvereins gewann er kürzlich die Deutsche Vereinsmeisterschaft mit dem Brettresultat von 6,5 aus sieben Punkten.
„Kürzlich hatte ich wieder ein Konsultationswochenende mit Ex-Schachweltmeister Anatoli Karpow“, berichtete Niclas. Neben seinem wöchentlichen Trainingstag bereite er sich individuell („heute kann man viel am PC machen“) je nach Wettkampflage auf die nächsten Aufgaben vor. Bis es nach Dresden geht, seien noch zwei Trainingslager sowie einige Turniere zu absolvieren.
Zur Schacholympiade in Dresden werden etwa 150 Männer-Nationalmannschaften und 120 Frauenteams erwartet. Erstmals werden dabei nicht die erzielten Punkte der einzelnen Teilnehmer, sondern die Mannschaftspunkte gezählt. Auch Dr. Hans Berkhahn, Vizepräsident des Landesschachverbandes freut sich auf den Mannschaftsgeist, den alle Viererteams beweisen müssen.
Das Simultanturnier wurde begleitet von einer sehr sehenswerten Kunstausstellung zum Thema Schach - Bilder - Welten des Gafikdesigners Bernd Besser aus Kassel.
Die "Zaungäste" des Simultanturniers waren restlos begeistert von den vielfältigen und auch skurilen Ideen, die sich um die Kunstwerke zum Thema Schach in allen Facetten ranken. "Die Disziplin des Denkens hat zu allen Zeiten Maler, Dichter und Denker inspiriert. Künstler werden immer wieder magisch angezogen, Schach in der Kunst darzustellen.", so Besser.
Die Ausstellung mit dem Titel "SCHACHBILDERWELTEN" ist anläßlich der Schacholympiade in Dresden 2008 in 64 Städten Deutschland zu sehen.
Weitere Informationen hierzu finden Sie im Internet unter: www.schachbilderwelten.de.
Renate Krosch vom Veranstaltungsteam hatte zunächst Sorge, dass alle Kinder und Jugendlichen rechtzeitig an ihren Plätzen sitzen. Von Aufregung war bei Niclas jedoch keine Spur zu erkennen. Aber auch der jüngste Aktive, der siebenjährige Michael Salander, der erst vor sieben Monaten nach Wernigerode gezogen war und nun im Ströbecker Verein aktiv ist, ging locker an das vorbereitete Brett.
Die erste Begrüßung galt Nico Fahsel aus Ströbeck. Der Viertklässler ist seit Jahren einer der besten Nachwuchsspieler. Ihm und jeden weiteren Aktiven gab der Nachwuchs-Olympionike zunächst die Hand und setzte dann den ersten Zug. Schon nach der vierten Runde warf er die ersten Figuren seiner Gegner vom Feld. Zum Schluss gewann er fast alle Spiele - bis auf zwei Remis. Eine tolle Leistung, waren sich die Veranstaltungsbesucher einig.
Beim Simultanturnier mit Niclas Huschenbeth gab es folgende Ergebnisse: Huschenbeth spielte gegen 28 Personen, gewann 26 Partien, 2 endeten remis. Das erste Remis und den Sieg erreichte die Lehrerin Christel Kliefoth. Das zweite Remis und damit den 2. Platz erreichte die 11-jährige Marie Christin Greger vom Gymnasium „Käthe Kollwitz“. Sie feierte das Ereignis mit Freudensprüngen. Der 3. Platz ging an Christian Schoof vom Gymnasium „Käthe Kollwitz“, der Huschenbeth zweieinhalb Stunden in Schach hielt.
Neben dem Spiel wurden auch von allen Beteiligten und Organisatoren wichtige Kontakte in Vorbereitung der Schacholympiade geknüpft. So wird es in Dresden sicherlich eine Fotoausstellung zum Thema Schachtradition im Schachdorf Ströbeck geben, die vom Landesschachbund organisiert wird. Die Mitglieder des Schachvereins freuen sich schon jetzt auf die Schacholympiade, die zu diesem Simultanturnier sogar bis in das Dörfchen Ströbeck ihre Schatten voraus warf.
Der Dank gilt insbesondere Renate und Rudi Krosch als Initiatoren des Turniers und dem Organisationsteam mit Carola Jung, Gudrun Ühre, Elke Ficker, Reinhold Gädecke, Heinz Kaiser, Hans Karasch, Rainer Göring, Karin Dittmann und allen anderen rührigen Vereinsmitgliedern, die zu einem guten Gelingen des Turniers beitrugen! (PeBo)